Montag, 13. April 2015

Kräuteröl-Shea-Hautcreme selbstgemacht

Eine eigene Hautcreme selbst herzustellen, ist sehr einfach. Viele Zutaten benötigt man nicht, denn die Grundzutaten sind Öl und Sheabutter.
Jetzt im Frühling und bald kommenden Sommer kann man herrliche Kräuterduftöle selbst herstellen. Beispielsweise blühen ab Juni die Heckenrosen, die einen feinen eigenen Duft haben. Ein halbes Glas frisch gepflückter Rosenblätter mit Öl übergießen, 4 Wochen stehen lassen, abseihen - schon hat man sein selbstgemachtes Rosenöl. Als Öl eignen sich Sonnenblumenöl (einheimisch, ohne Eigenduft, viel Vitamin B), Mandelöl etc. Olivenöl hat zwar sehr gute hautgenerierende Eigenschaften, aber einen intensiven Eigenduft. Nicht jeder möchte wie Salat riechen ;-).
Veilchen oder Lavendel sind weitere gute Kräuter für ein Duftkräuteröl. Veilchen hat hautreinigende Eigenschaften, Lavendel wirkt entzündungshemmend.

Das selbst gewonnene Duftkräuteröl kann man an sich schon als "Hautcreme" nutzen. Jedoch braucht Öl eine Zeit zum Einziehen. Zudem besteht die Gefahr, daß es Spuren auf der Kleidung hinterläßt, wenn  man die Einziehzeit nicht abwartet.

Was kann man nun tun? Ganz genau! Das Öl zu einer Creme verarbeiten. Dazu benötigt man als weitere Zutat Sheabutter.


Sheabutter wird in Afrika aus den Nüssen des Karitébaums hergestellt. Erst ein mindestens zwanzig Jahre alter Baum trägt die Nüsse mit dem wertvollen Fett. Die gesammelten und getrockneten Nüsse werden nach dem Waschen zerstampft. Die Masse wird in Wasser solange gekocht, bis das Fett aus der Nuß herausgeschmolzen ist. Da es leichter als Wasser ist, schwimmt das Fett auf und wird abgeschöpft. So wird die unraffinierte Sheabutter gewonnen.
Traditionell wird in Afrika Sheabutter zur Hautpflege eingesetzt. Dazu kann man schon die unraffinierte Form nutzen. Sheabutter enthält ungesättigte und gesättigte Fettsäuren, Omega-3-Fettsäuren, Vitamin E, Provitamin A und noch mehr. Sie hat entzündungshemmende, juckreizmildernde, hautpflegende Eigenschaften. Zudem zieht sie tief in die Haut ein. Sie ist für die Babypflege gut geeignet. Einziger Nachteil: die unraffinierte hat einen mittleren nussigen Eigenduft, der oft den Duft des Kräuteröls überdeckt oder eventuell konträr steht. Die raffinierte Sheabutter soll keinen haben, dafür ist ihre wundheilende Eigenschaft niedriger als die der unraffinierten. Man muß sich also entscheiden: Wirkung oder Duft ;-)

Sheabutter hat einen niedrigen Schmelzpunkt, der bei ca. 30 °C liegt. Ist sie geschmolzen, verliert sie einen Teil ihrer konsistenzgebenden und wundheilenden Eigenschaften. Im Grunde reicht zur Verarbeitung Zimmertemperatur oder die Wärme der Hände.

Wie stellt man nun die Creme her?

Das Öl vermengt man mit der Sheabutter. Das Verhältnis für eine sehr weiche Creme beträgt 50:50. Möchte man eine festere haben, erhöht man den Anteil der Sheabutter. Man gibt alles in eine Schüssel. Mit dem Rührbesen vermischt man die Zutaten solange, bis sie die Konsistenz von Schlagsahne haben. Nun in ein Dose abfüllen, fertig.

Hinweis 1: Man stellt nur so viel Creme her, wie man für ca. 3-4 Wochen braucht. Solange hält sie i.d.R. definitiv. Natürlich kann man noch Vitamin E hinzugeben (gibt es beispielsweise bei Amazon: Natürliches Vitamin E Öl - Tocopherol). Auf 100 ml Creme reicht 1 ml Vitamin E Öl. Es ist ein natürliches Konservierungsmittel für Naturkosmetik.

Hinweis 2: Die Sheabutter übertüncht oft den zarten Duft des Kräuteröls, beispielsweise bei der Heckenrose. Oder sie tritt in eine eigenartige Duftkombination. Bitte beachten Sie dies! Eine selbstgemachte Rosen-Sheabutter-Creme aus unraffinierter Sheabutter ohne weitere Duftzusätze riecht eben nicht wie das Rosenparadies schlechthin - nein, der Rosenduft geht leider verloren. Ich verzichte auf zusätzliche Duftstoffe, da synthetische Allergien auslösen können, naturreine sehr preisintensiv sind. Zudem hat der Duft nur sekundär mit den Wirkeigenschaften des Kräuteröls zu tun.

Die Creme eigent sich als normale Hautcreme, als Körpercreme nach dem Baden/Duschen, für die Babypflege, bei spröder, trockener Haut, bei Hornhaut, als Lippenpflege. Eine gute Wirkung hat sie auch bei Schuppenflechte etc.

Kommentare:

  1. ich werde das mal mit Kokosöl versuchen :-)

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  2. Kokosöl statt Shea? Kokosöl hat selbst auch einen intensiven Eigengeruch nach Kokos und ist bei Zimmertemperatur etwas weicher als Shea

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