Dienstag, 26. April 2016

Über Düfte

Lavendel

Rose

Maiglöckchen

Wer hat beim Anblick nicht sofort den Lavendelduft in der Nase? Foto: Lavendelbund, Hans, pixabay.com, Public Domain CC0
Was passierte in Ihnen, lieber Leser, als Sie diese Wörter lasen? Sie sahen jeweils ein Bild der Pflanzen vor sich und hatten bestimmt zugleich eine schöne Erinnerung an ihren Duft. Düfte spielen in unserem Alltag eine besondere Rolle: riecht etwas unangenehm, löst es Ablehnung, Angewiederheit bis Ekel aus. Mit guten Düften verbinden wir automatisch Sauberkeit, Schönheit, Hygiene, Gesundheit, obwohl wir als Menschen gegenüber anderen Lebewesen wie Hunden oder Katzen einen recht unterentwickelten Geruchssinn haben. Zum Vergleich: Menschen haben nur 400 verschiedene Geruchsrezeptoren, Hunde hingegen über 1000.

Die olfaktorische Wahrnehmung (lateinisch olfacere = riechen) spielt unbewußt bei der Kaufentscheidung (oder auch bei der Entscheidung für das Zusammensein mit einem Menschen) aufgrund ihres Weckens von Emotionen eine besondere Rolle. Deswegen wird in der Herstellung der verschiedensten Lebensmittel und Hygieneartikel auf den Geruch der Produkte entsprechend viel Wert gelegt. Nicht immer zum Besten, wie ich finde.
Ich bekomme beispielsweise von zu starken, vor allem süßen Parfümen Kopfschmerzen. Ich mag es nicht leiden, mit schweren Düften eingenebelt zu werden. Sei es bei Menschen, sei es in bestimmten Geschäften, die mit Parfüms oder eben auch mit Seifen handeln. So ergeht es mir mit einer großen Seifenkette, die man in Einkaufsstraßen grell-bunt ausgestattet findet.
Komischerweise werben sie alle mit “Naturseifen”. Jedoch bei so einem Duft glaube ich nicht daran. Ein Blick auf die Ingredenzienliste bestätigt meine Vermutung. Hier wird mit sehr viel zugesetzten Duftstoffen gearbeitet – höchstwahrscheinlich mit synthetischen.


Wieso? 


Ganz einfach. Duftstoffe sind leicht vergängliche Stoffe. Sie brauchen einen Trägerstoff (festen Stoff) zum Haften, beispielsweise Haferflocken etc. in der Seife. Ätherische Duftstoffe naturbelassen gewonnen ist sehr aufwendig und kostspielig. Daher greifen viele Industriehersteller auf synthetisch gewonnene ätherische Öle zurück.
In Maßen können Düfte Heilkräfte bei seelischen oder körperlichen Krankheiten/Ungleichgewichten entfalten. Kurz sei hier auf die Aromatherapie verwiesen. Jedoch zu viel von Duftstoffen löst bei einigen Menschen Kopfschmerzen, Übelkeit oder andere Arten von Unverträglichkeiten aus. Bei Säuglingen sollte man generell nur naturbelassene ätherische Duftstoffe verwenden (auch keine Duftstoffe die Campher oder Menthol enthalten).
Bei vielen getrockneten Kräutern geht übrigens der natürliche Duft während des Trocknungsprozesses verloren. Ausnahme bilden Kräuter mit sehr hohem Anteil an ätherischen Ölen wie beispielsweise der Lavendel.
Auch beim Versieden der Seife entschwinden die Duftstoffe. Hierfür ist vor allem die Lauge verantwortlich. Soll die Seife duften, müssen entsprechende Duftöle (meist synthetischer Art) oder ätherische Öle (naturbelassene) plus Trägerstoffe für die Düfte nach der Verdickung hinzugegeben werden. So kommt die Seife zu ihrem Duft.
Für mich ist es nicht besonders logisch, stark duftende Seifen mit “besser” zu verbinden. Es sagt nichts über höhere Qualität der Inhaltsstoffe aus, sondern es duftet/riecht eben. Auch ohne Duft sehen  (handgemachte Seifen) gut aus, waschen prima, sind sehr gut hautverträglich und eben ganz und gar Naturseifen :-).

P. S. Ein ganz anderes Thema sind Gewürzseifen. Hier spielt der Gewürzduft eben gerade die Hauptrolle bei der Seife.

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