Dienstag, 28. Juni 2016

Rezension: "Grüne Kosmetik. Bio-Pflege aus Küche und Garten" von Gabriela Nedoma

Inhalt:
Vogelmiere-Smoothie gegen Hautunreinheiten? Abschminklotion mit Leinsamen und Rahm? Welche Lebensmittel und natürlichen Rohstoffe aus Küche und Garten kann man für selbstgemachte Kosmetik verwenden? In diesem Buch finden Sie viele Rezepte für Shampoo, Cremes, Lippenbalsam, Hauttoniken, Zahncremes uvm. für die ganze Familie.

Meinung:
Es geht um selbstgemachte, preiswerte Kosmetik aus Lebensmitteln und Rohstoffen, die man zuhause im Kühlschrank, in der Vorratskammer hat oder im Garten/in der Natur findet. Die Autorin Gabriela Nedoma will den Lesern mit ihrem Buch "Grüne Kosmetik. Bio-Pflege aus Küche und Garten", 2013 im Freya Verlag erschienen, zeigen, daß gute Kosmetik nicht teuer sein muß, schnell selbst herzustellen ist, nur wenige Zutaten braucht und dadurch auch nachhaltig im mehrfachen Wortsinn ist. Für mich, die Kosmetik wie Kleidung eher pragmatisch nutzt, geradezu ideal.
Zunächst stellt sie in der Einleitung ausführlich den Aufbau der Haut, ihren Bedarf an Pflege, den Reichtum pflegender Stoffe in der Natur und die historische Nutzung derselben ausführlich vor. Dann erläutert sie die hautpflegenden Inhaltsstoffe, die man in den Rohstoffen Pflanzen, Milchprodukte, Erden, Honig, Salze etc. findet. Da geht es um ätherische Öle, Flavonoide, Saponine, Enzyme, Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente etc. Die jeweilige Ausführung ist zwar kurz und knapp gehalten, faßt aber die wichtigsten Fakten gut zusammen. Für die praktische Anwendung reichen sie vollkommen aus, überlasten den Leser mit zuviel Informationen, die eventuell Verwirrungen stiften können, nicht. Eine Verarbeitung der Pflanzen (trocknen, waschen etc.) folgt daraufhin. Zum Schluß werden die Rohstoffe, die ich oben genannt habe, ausführlich hinsichtlich Inhaltsstoffe, Wirkung und historische Verwendung in Porträts sowie Hinweise zur Sicherheit in der Herstellung, Einkaufstipps, Verpackung und notwendige Arbeitsgeräte vorgestellt. Der zweite Teil und Hauptteil des Buches ist der Praxis gewidmet. In einzelnen Kapiteln, die einem Pflegebereich zugeordnet sind (Hautpflege, Deodorants, Haut-Smoothies, Feuchtigkeits- und Sonnenpflege, heilsame Öle & Salben, Lippenpflege, Zahnpflege, Naturhaarpflege Herrenpflege, Haarentfernung, Babypflege und Basisrezepte) findet man zahlreiche Rezepte von einfach bis exotisch. Unter dem Rezeptnamen wird kurz die gewünschte Wirkung genannt, dann folgt eine ausführlichere Beschreibung, warum das Rezept diese Wirkkraft aufgrund der Inhaltsstoffe entfaltet. Zutaten und Zubereitung folgen, am Ende listet Nedoma die Verwendung, Menge, Haltbarkeit und Zubereitungszeit auf.
Die Auswahl der Rezepte ist hinsichtlich der verwendeten Zutaten, der erwünschten Wirkung, den Ansprüchen der verschiedenen Haut- und Haartypen, der Zubereitungszeit bzw. der Haltbarkeit ausgewogen. Hier findet jeder etwas bzw. kann sich später Anregungen für eigene Zusammenstellungen holen. Vielen Rezepten sind Fotos einer Schritt-für-Schritt-Anleitung beigegeben. Nicht immer sind sie aufgrund der guten Beschreibung der Zubereitung notwendig. Hier haben Autorin und Verlag sorgfältig gearbeitet, Zweifel kommen da trotz der stichpunktartigen Form nicht auf.
Selbst habe ich eine Zahnpasta aus Heilerde, Öl und Zimt sowie ein einfaches Shampoo aus Kräutertee und Öl ausprobiert. Ersteres ist mir gut gelungen, beim letzterem habe ich zu viel Öl beigegeben. Also wenn man sich an die Rezeptvorgabe hält, geht nichts schief ;-).
Was mir aber der Praxistest und das Buch deutlich zeigt, ist, daß gute Kosmetik eben aus natürlichen Rohstoffen selbst herzustellen recht einfach ist. Natürlich variiert hier die Haltbarkeit von einer Woche bis mehrere Monate, was man bei industriell hergestellter nicht findet. Da sind sie alle in der Regel mehr als 6 Monate haltbar. Zudem denke ich seit dem Lesen des Buches mehr über die Notwendigkeit bestimmter Kosmetik nach, bei industriell hergestellter über die verwendeten Inhaltsstoffe und ihre Notwendigkeit, über Wirkweisen von Rohstoffen. So habe ich beispielsweise festgestellt, daß ich meine Haare mit gekauftem Shampoo öfters waschen muß, als wenn ich eine Mischung aus Backnatronwasser zum eigentlichen Waschen und Apfelessigmischung zum Spülen nutze. Ich finde bei letzterer Anwendung meine Haare schöner, gesünder, weniger schnell fettig. Gleiches gilt für selbst hergestelltes Lippenbalsam. Es ist pflegender, vor allem jetzt im Winter, als gekauftes.
Fazit: Wer Lust und Freude am Selbermachen hat, links und rechts eingefahrener Wege in der Körperpflege gehen will, dem empfehle ich dieses Buch aufgrund seiner inhaltlich sorgfältigen erarbeiteten, umfangreichen Rezepte sehr. Man merkt sofort an, daß die Autorin Kennerin ihrer Materie ist.
Gabriela Nedoma: Grüne Kosmetik. Bio-Pflege aus Küche und Garten
Freya Verlag, Linz 2013
ISBN: 978-3990250945
Ausstattung: 256 Seiten, Softcover
Preis: 19,90 €

Eine Leseprobe gibt es hier.

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