Dienstag, 28. Juli 2020

Kleine Gärten mit Inspiration, Mut und Liebe gestalten: ein Gartenbuch

Coverbild: Kleine Gärten, große Liebe
Ein Garten eines Reihenhauses, ein Garten eines Doppelhauses oder ein Schrebergarten: ihnen gemein ist, dass sie klein sind, so in Handtuchgröße. Die einen freut's, da ein grünes Stück, aber weniger Gartenarbeit. Die anderen stöhnen, denn wie sollen sie so ein Handtuchgarten überhaupt schön gestalten.
Ratgeber zu diesem Problem gibt es ein paar, nun ergänzt der Gartenratgeber "Kleine Gärten, große Liebe" aus dem Verlagshaus Reader's Digest das Angebot.
Ok, diesen Verlag verbindet der Leser zumeist mit den Auswahl-Lesebüchern, die Oma damals im Abo bekommen hat und ihr Bücherregal mit gekürzten, aktuellen Romanen füllte. Doch es lohnt sich für Gartenbesitzer kleiner Gärten in dieses Gartenbuch hinein zu schauen.

Gartengestaltung: mit dem Pfiff

Umfangreich und vielfältig gehen die Autoren, unter denen so namhafte wie Bärbel Oftring dabei sind, das Thema an. Ganz nach dem Motto "Zu wenig Platz für Pflanzen, Teich, Sträucher, Gemüsebeet und Kinderspielecke gibt es nicht!". Zunächst animieren sie den Gartenbesitzer, seine zukünftige grüne Oase genauer zu betrachten: welche Proportionen hat der Garten, wo ist Licht, wo ist Schatten, wofür soll der Garten benutzt werden. Diese Fragen ploppen bei jedem Gärtner auf, der sich mit dem grünen Oasen-Virus infiziert hat. Die Gärtnerleidenschaft ist geweckt. Danach stellen sie Lösungen in Wort und Bild für viele Elemente der Gartengestaltung vor: von der Wegeführung bis zur Müllplatzgestaltung, von Wasserspielen bis zur Gestaltung der Kinderecke. Dabei zeigen sie dem Gärtner, denke quer, denke mehrdimensional. Mehrfache Nutzung des Platzes wie ein Sandkasten, der abgedeckt zum Liegeplatz wird, oder wie eingelassene Regale in Mauern, um Stauraum zu schaffen lösen beim Betrachten den Aha-Effekt aus.

Aus der Praxis abschauen

Mag von erfahrenen Gartengestaltern der Einwurf kommen, hier im Buch wird das Rad nicht neu erfunden, so geht es an der Buchintention vorbei. Auf mehr als 260 Seiten erfahren diese Gartenbesitzer zu fast jedem Aspekt der Gartengestaltung Ideen und Lösungsvorschläge. Kompakt, klar und übersichtlich ist der Gartenratgeber aufgebaut. Viele gut ausgewählte und auch stimmungsvolle Fotos laden zum Träumen ein. Vor allem das Kapitel mit den vielen Fotobeispielen beispielhafter Privatgärten inspirieren. Vom Innenhofgarten eines Stadtgartens bis zur Hanglage, von Hinterhofgarten bis zum Schattengarten zeigen die Beispiele, dass für jede Situationen Lösungen gibt. Fotos, Detailfotos, Pflanzenlisten und Grundrisse, auch Alternativgrundrisse führen den Leser in die Tiefe. Mit diesem Kapitel sticht "Kleine Gärten, große Liebe" besonders hervor. Pflanzempfehlungen in Listenform geben dem Gärtner eine Orientierung. Die vielen, vielen Fotos laden zum Schmökern und Träumen ein.
Der Gartenratgeber "Kleine Gärten, große Liebe" gibt Gartenbesitzern von Mini-Gärten Inspiration, praktische Empfehlungen und vor allem viel, viel Mut, ihr eigenes grünes Paradies zu erschaffen - und ihn mit Stolz und Liebe zu genießen. Übrigens können auch Gartenbesitzer größerer Gärten in dem Buch stöbern und so manche Anregung mitnehmen.
Bibliografische Angaben zur Gartenbuch-Rezension:
Kleine Gärten, große Liebe
Reader's Digest, Stuttgart, Zürich, Wien 2020
ISBN: 978-3962110215
Ausstattung: 264 Seiten
Preis: 19,99 €

*Direkt beim Verlag Reader's Digest bestellbar oder überall im Buchhandel erhältlich.

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Donnerstag, 11. Juni 2020

Wie ein Gemüse eine Region prägt: die Kartoffel im österreichischen Waldviertel

Wie ein Gemüse eine Region prägt: die Kartoffel im österreichischen Waldviertel
Erdäpfel, Erdbirne, Potaten oder ganz einfach Kartoffel: dieses Hackgemüse gehört als Hauptbestandteil zu den meisten mitteleuropäischen Gerichten. Ohne sie geht es nicht. Wurde sie im 17. Jahrhundert in Europa zunächst als Zierpflanze wegen ihrer schönen Blüte angebaut, entwickelte sie sich bald zu einem wichtigen Sättigungsmittel. Doch nur als Beilage zu gelten, tut der Kartoffel unrecht. Vielmehr steckt in der Knolle auch ein kulinarischer Genuss, der sich alsbald in regionalen Kochrezepten niederschlägt.
Wie sehr dieses Nachtschattengewächs eine Region prägte, zeichnen Reinhard Linke, Christoph Mayer und Hannes Etzlstorfer in ihrem Büchlein "Erdäpfel. Die Genüsse des Waldviertels" nach.

Kartoffel als Kulturgut


Umfassende Beiträge von der Botanik bis zur Geschichte, von der Lyrik bis zur Heilkunde kundiger Autoren sammelten die drei Herausgeber in ihrem Aufsatzband. Es sind kurze, unterhaltsame Ausführungen, in denen alle die Kartoffel im rauen Waldviertel Österreichs im Mittelpunkt haben. So erfährt man, warum sie dort angebaut wurde, wie die Kartoffel zum wichtigsten Nährgemüse wurde, die Faszination der Kartoffel von ihren geschmacklichen Varianten, ihren unterschiedlichem Gelb im Inneren, von der Heilkraft bei Fieber (Fußwickel), bei Erkältungen oder als Haushalfshelferlein. Franzobel betrachtet die Kartoffel literarisch, und historische und moderne Rezepte runden das Bändlein ab. 
Allen liegt auch immer die Region zugrunde: durch die Kartoffel, ihre Bedeutung in der Versorgung wurde das Waldviertel geprägt. Kalte Winter, heißere Sommer, die durch das kontinentale Klima in dieser Region entstehen, sind keine gute Ausgangsbasis für ein Weinanbaugebiet. Bodenständiger, mit dem heimischen Boden verwurzelt sieht sich der Waldviertler. Zu ihm passt die Kartoffel, das Erdige, das Nährende, die Kraft in ihr. Gleichzeitig zeigen die Autoren immer auch die Verbindung des Waldviertels mit den umliegenden Regionen, vor allem Böhmens. So zeigen sich vor allem in den Rezepten der enge Austausch, das Gemeinsame, das Verbindende.
Die Beiträge sind als Essays, als kleine Ausführungen gehalten. Lesbar, unterhaltsam, vergnüglich ist der Ton. Fotos und Grafiken wie Holzschnitte schmücken das Büchlein.
Als Geburtstagsgeschenk oder als Mitbringsel aus dem Urlaub ist das kulturhistorische Büchlein "Erdäpfel. Die Genüsse des Waldviertels" bestens geeignet. So bleiben Erinnerungen an die Region bewahrt, mit den bodenständigen Rezepten kann man sich kulinarisch wieder dorthin verreisen.
Bibliografische Angabe zur Buchempfehlung:
Reinhard Linke, Christoph Mayerm Hannes Etzlstorfer: Erdäpfel. Die Genüsse des Waldviertels
Kral Verlag, Berndorf 2018
ISBN: 978-3990248065
Ausstattung: 96 Seiten, Hardcover, mit Fotos und Illustrationen
Preis: 14,95 €

*Direkt beim Kral Verlag bestellbar oder überall im Buchhandel erhältlich.

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Dienstag, 26. Mai 2020

Heilsalben selber mischen: "Heilsalben aus Wald und Wiese" von Gabriela Nedoma

Buchbesprechung: Heilsalben selber mischen: "Heilsalben aus Wald und Wiese" von Gabriela Nedoma
 
Wer durch Wald und Wiese geht, betritt eine große Naturapotheke.
So leitet die Naturpädagogin Gabriela Nedoma ihr kleines, feines Naturkräuter-Buch "Heilsalben aus Wald und Wiese" ein, das im österreichischen Verlag Benevento in der Reihe "Servus: Das kleine Buch" erschienen ist.
Gabriela Nedoma beschäftigt sich schon seit Jahren mit der Kräuterheilkunde und der Nutzung von Heilkräutern in der Naturkosmetik oder in der Selbstmedikation. Ihr Wissen und ihre Erfahrenheit spürt man bei diesem Gesundheitsratgeber von Anfang an.

Von aphrodisierender Hanfsalbe bis zur entzündungshemmenden Moos-Tanne-Heilsalbe

In zwei Teile ist das Büchlein unterteilt: im ersten, kürzeren Teil erklärt Nedoma das Grundlagenwissen zur Herstellung von Heilsalben, ihre Wirkweise, zu den Rohstoffen, auch zu veganen Alternativen, und gibt Hinweise zum Sammeln und Verarbeiten der Kräuter. Mit den kurzen, aber ausreichenden Praxishinweisen sind die Leser gut für die eigene Umsetzung gewappnet.
Im längeren, zweiten Teil stellt sie 24 Heilsalben vor, die man aus einheimischen Kräutern und Pflanzen herstellen kann. Klassiker wie die Ringelblumensalbe dürfen dabei nicht fehlen, aber auch unbekanntere wie eine Kirschbaum-Rindensalbe sind mit dabei. Vielfältig ist die Auswahl, der gemein ist, dass die Kräuter leicht vor der Haustüre auf Wald und Wiese (wie im Titel genannt) gesammelt werden können. 
Zu jeder Heilsalbe gibt es eine kurze Einführung zur Wirkweise des Heilkrautes. Nedoma nennt die Anwendungsfälle. Nach der Zutatenliste gibt sie stichpunktartig die Herstellung an. Zum Schluß erwähnt sie die Haltbarkeit, unter der Voraussetzung einer sauberen, hygienischen Verarbeitung.
Der große Vorteil der selbstgemachten Heilsalben sind die wenigen, benötigten Zutaten. Meist braucht es das Kraut und ein Basisöl sowie Bienenwachs zur Verfestigung der Salbe. Vor allem für Menschen, die sensibel auf vielfältige Stoffe reagieren, sind die Salben bei der Selbstmedikation leichter Beeinträchtigungen nützlich, wobei im Zweifel immer ein Arzt oder Apotheker gefragt werden sollte.

Blick ins Buch: Heilsalben selber mischen: "Heilsalben aus Wald und Wiese" von Gabriela Nedoma
Ein kleines, feines Geschenk für Kräuterinteressierte

Mit Zurückhaltung und doch Ästhetik ist das Büchlein gemacht. Teilweise sind die Heilpflanzen großformatig abgebildet, teilweise sind die Fotos mit entsprechenden Kontext wie alten Apothekerflaschen oder in einer alten Apotheke selbst aufgenommen. Die Farbgebung wirkt gedämpft, heimelig, wohltuend. Ruhig, aber doch kräftig, voller Energie präsentiert Nedoma das Heilwissen. Schade ist, dass es kein Register der Heilsalben nach den Anwendungsfällen oder der Heilwirkung gibt. Auch im Inhaltsverzeichnis wird dies leider nicht verzeichnet. Dieser Mangel soll jedoch nicht die Empfehlung für dieses ansonsten wunderbar gemachte Ratgeber einer Naturapotheke schmälern. Für alle Interessierten einer Phytotherapie, für alle Kräuterfrauen und -männer sei dieses schmale Büchlein ans Herz gelegt. 
Bibliografische Angabe zur Rezension:
Gabriela Nedoma: Heilsalben aus Wald und Wiese. Einfach selbst gemacht (Servus: Das kleine Buch)
Benevento Verlag, Wals bei Salzburg 2019
ISBN: 9783710401770
Ausstattung: 80 Seiten, Hardcover
Preis: 7 €

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(*) Nach dem Telemediengesetz sind Links auf Verlage, Shops und Affiliate-Links (hier: Amazon) als Werbung zu kennzeichnen, übrigens ganz unabhängig davon, ob das Buch ein Rezensionsexemplar ist oder selbst gekauft wurde. Meine Meinung zum Buch ist immer unabhängig. Die Links verstehe ich als Service für meine Blogbesucher.

Montag, 15. April 2019

Angeschaut: "Landstück" von Volker Koepp

Da oben, in der Uckermark, dort nördlich von Berlin gen Mecklenburg-Vorpommern, dort wo es irgendwie öde ist und langweilig und nichts los, dort passiert doch nichts. Warum drehte da bloß Volker Koepp, langjähriger Dokumentarfilmer, den Dokumentarfilm "Landstück"? Warum sollte man ihn ansehen?

Schleichende Umwälzung in der Uckermark

Volker Koepp arbeitet seit den 1970er Jahren als Dokumentarfilmer. Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Ostseeküste bis hoch nach Litauen und Lettland oder die Geschichte von Dörfern und Menschen auf dem Land. Seine filmische Handschrift erkennt man sofort: freier Blick in die Landschaft, längere Einstellungen, ruhiger Grundton, langsamer Schnitt, das Einfangen des Lichtspiels, die Aufnahmen von Wind, Rauschen, Tönen der Arbeit, wenig Erzählertext, lange Porträteinstellungen. Nichts ist hektisch. Koepp schaut mit der Kamera in die Landschaft, beobachtet die Menschen, zeigt sie in langen Sequenzen. Es ist ruhig, Koepp hat Zeit und fängt so die leisen Untertöne ein, die nachdrücklich im Zuschauer wirken. Ein Koepp-Film erkennt man sofort.

Wem gehört das Land?

Mehr als in den Jahren zuvor wird Koepp mit seinem 2016 bei Edition Salzgeber erschienen Film "Landstück" politisch. Es ist Porträt der Uckermark und die Dokumentation einer recht unbeachteten Umwälzung zugleich.

Donnerstag, 6. Dezember 2018

Unter der Leselupe: "Das große Buch der Gartenvögel" von Uwe Westphal

Rezension zu "Das große Buch der Gartenvögel" von Uwe Westphal
Als Elfjähriger fand Uwe Westphal das erste Mal als Schüler auf einer Exkursion zur Ornithologie und wurde vom "Vogelfreundefieber" angesteckt. Seitdem läßt es ihn nicht mehr los. Als Vogelstimmenimitator (etwa 120 Arten kann er nachmachen) ist er weithin bekannt. Ebenso darf seine Arbeit im Naturschutz nicht unterschätzt werden. Nun ist heuer im schätzenswerten Pala Verlag, Darmstadt, sein neues Buch über heimische Gartenvögel erschienen. In "Das große Buch der Gartenvögel" stellt er 41 Vögel dem interessierten Laien in ausführlichen Porträts dar. Westphal wählte die typischen Gartenvögel aus, die man im Garten, im Park, letzthin in menschlicher Nähe beobachten, zumindest zur Paarungszeit hören kann. Lediglich im letzten Porträt faßte er exotische Besucher wie den Tannenhäher, Graureiher, Seidenschwänze, Rotmilan etc kurz und zusammendfassend vor.

Montag, 3. Dezember 2018

Der Weihnachtsstern verkündet das Weihnachtsgeheimnis

Herrnhuter Weihnachtsstern. Foto: Wikipedia, © 1971markus@wikipedia.de, CC BY-SA 4.0, 
„Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen. … Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen.“ (Mt 2, 1.9)
Der Stern von Bethlehem - er zeigte den Hirten den Weg zum Stall, in dem der neugeborene Jesu in der Krippe lag. Der Stern leitet die drei Heiligen Könige zu Jesus. Der Stern von Bethlehem zeigt also den Weg. Er beleuchtet ihn. Er verkündet den Weihnachtsfrieden.

Licht. Licht ist seit historischen Zeiten in Montanregionen ein besonderes, ja überlebenswichtiges Element, erst recht in der dunklen Jahreszeit. Die Bergleute fuhren im Dunklen früh ein. Unter Tage erhellten nur müßig funzlige Lampen ihre Tätigkeit. Nach Ende der Schicht (Schicht im Schacht!) ging es wieder hinauf übertage, wo es aber wieder dunkel war. Da nimmt es sich kein Wunder, daß das Licht etwas besonderes ist. Man kann sich dies erst gut vorstellen, wenn man gedanklich in die Zeit vor der elektrischen Beleuchtung reist (oder in die Anfänge, wo eine einzelne Glühbirne von Zimmer zu Zimmer getragen wurde). Es gab keine Straßenbeleuchtung, die Menschen trugen das Licht in Formen von Laternen bei sich (deswegen auch die Vielfalt an Laternenliedern). Zündmaterial war kostbar. Licht wurde angezündet. Nachts, im Bette liegend erst einmal mit Zündholz Licht anmachen war ein viel größerer Aufwand und nur in notwendigen Fällen, als heute einfach den Schalter zu betätigen. Licht war Wärme, war Hoffnung, war Symbol für Leben (die wackelnde Flamme). Licht machte sehend. Genau in diesem Sinne ist auch der Stern von Bethlehem zu begreifen und seine enorme Bedeutung für Bergleute. Für sie war dieser Stern ein Zeichen auf die helleren Tage, ein Versprechen. Deswegen nimmt es kein Wunder, daß in einer so bedeutenden Bergbauregion wie dem Erzgebirge einschließlich der Vorlandstriche der Geburtsort vieler, vieler Weihnachtssterne ist, traditionell aus Papier, heute auch aus Kunststoff.

Die Weihnachtssterne kamen erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf. In loser Form stelle ich die sächsischen Weihnachtssterne einmal vor. Sie unterscheiden sich zwischen Weihnachts- und Adventssterne, je nach Aufstellungszeit. Jedoch verwischen heute da die Grenzen.

Montag, 26. November 2018

Unter der Leselupe: "Bienenfreundlich Gärtnern" von Katrin Lugerbauer

Lust am naturnahen Gärtnern mit  "Bienenfreundlich Gärtnern" von Katrin Lugerbauer
Naturnahes Gärtnern liegt voll im Trend. Katrin Lugerbauer bloggt seit 2010 darüber, berichtet unter Storchschnabel und andere Stauden (http://hardy-geranium.blogspot.com) über ihren Garten, ihre Naturerfahrung, ihre gärtnerische Freude.
2017 erschien bei BLV in München ihr Gartenbuch "Bienenfreundlich Gärtnern. Pflanzideen für alle Standorte", das heuer schon die 2. Auflage erreicht hat. Das schmale Büchlein nimmt den interessierten Gärtner, der entweder als Laie naturnah sein grünes Reich gestalten will oder vom klassischen Gärtnern nun umsteigen möchte, sofort in Beschlag. Begeisternd, ohne Umschweife, gleich in die Vollen gehend zeigt Lugerbauer die Schönheit naturnaher Gärten auf. Nein, sie sind keineswegs ein wildes Stück Garten ohne menschliche Eingriffe. Sie werden genauso geplant, mit Jäten, Pflanzen, Schneiden, Umgraben von Menschenhand gestaltet. Doch sie sind nicht leblos wie so viele Akkurat-gestutzte-Rasen-Thuja-Grundstücke oder die modernen Kiesgärten, die böse gesprochen eine einzige Schotterwüste sind. Nein, in Naturgärten tobt das Leben. Und wie man so einen naturnahen Garten gestaltet, davon erzählt sehr praktisch Katrin Lugerbauer.

Montag, 5. November 2018

Unter der Leselupe: "Familienzeit. Entdeckerbuch für glückliche Familien" von Sabine Huth-Rauschenbach

"Familienzeit. Entdeckerbuch für glückliche Familien" von Sabine Huth-Rauschenbach
Sabine Huth-Rauschenbach: Familienzeit. Entdeckerbuch für glückliche Familien, Trias 2018.
Pünktlich zum Beginn der Urlaubszeit in den Sommermonaten oder zur beginnenden Weihnachtszeit tauchen in der Presse Umfrage und Artikel auf, daß Eltern sich mehr Zeit mit den Kindern wünschen, daß nun endlich die Familienzeit gekommen sei.
Aber Familienzeit ist doch nicht allein auf die wenigen Wochen und die Wochenenden im Jahr beschränkt. Familienzeit ist immer. 
In diese Richtung will Sabine Huth-Rauschenbach mit ihrem Buch "Familienzeit. Entdeckerbuch für glückliche Familien" gehen. Die Autorin ist Literaturwissenschaftlerin, Redakteurin, Mutter zweier Kinder und vor allem über ihren Blog Die moderne Speisekammer bekannt, auf dem sie sich mit Nachhaltigkeit, Vorratskammer beim Essen und Familienthemen beschäftigt. Daß Blogger Bücher schreiben und Verlage sie gerne publizieren, ist ein seit zwei, drei Jahren bestehender Trend. Dies sei nur als Fakt zum Entstehungshintergrund für das Buch frei ohne Wertung genannt.
Nach einer Einführung zur Familienzeit (was versteht sie darunter, welche Erwartungen soll das Buch einlösen, Aufbau des Buches) orientiert sich Huth-Rauschenbach an den französischen Revolutionskalender, der mehr die Naturveränderungen im Jahreszyklus im Blick hat. Jedes Kapitel ist also mit der entsprechenden Bezeichnung des Revolutionskalenders betitelt und trägt viel zur Stimmung sowie Erwartung an das Kapitel bei. Nivôse ist also der Schneemonat (Mitte Dezember bis Mitte Januar), Thermidor als Hitzemonat liegt logischerweise zwischen Mitte Juli und Mitte August. So schafft mit einem einfachen, aber effektiven literarischen Kniff die Autorin viel Gefühl ins Buch zu legen.

Donnerstag, 1. November 2018

Unter der Leselupe: Lucy Bellamy - Von Null auf Garten

Cover des Gartengestaltungsbuches "Von Null auf Garten" von Lucy Bellamy
Lucy Bellamy: Von Null auf Garten, Ulmer 2018.
Gärten mit Pflanzen so zu gestalten, daß sie den Tieren nützlich sind, ist ein Trend, der seit vier, fünf Jahren anhält und zunehmend mehr in Gartenbüchern Beachtung findet. Die Bandbreite ist dabei breitgefächert: von Gartengestaltungsbüchern, die den reinen Naturgarten favorisieren, bis hin zu den klassischen Büchern, in denen nun vermehrt Bienen und Co auftauchen.
Nun mag nicht jeder einen Naturgarten, möchte aber sein Stück Erde so insektenfreundlich wie möglich und gleichzeitig ästhetisch gestalten. Für diesen Ratsuchenden ist das Gartengestaltungsbuch "Von Null auf Garten. Planen, pflanzen, freuen" von Lucy Bellamy geeignet.
Die Autorin ist Engländerin, Journalistin mit Schwerpunkt Garten und begeistert sich für naturnahe Gärten. In ihrem Buch gibt sie Anfängern ganz konkrete Hilfe, aus einem doch eher langweiligen Garten (große, grüne Rasenfläche, Blumenrabatten am Randstreifen) einen "bunten, wilden Einjahres-Garten" zu zaubern.

Montag, 29. Oktober 2018

Wildhecke gepflanzt

Wildhecke mit Wildrosen, Schlehe, Felsenbirne, Duftjasmin. Jetzt heißt es wachsen.
Wildhecke mit Wildrosen, Schlehe, Felsenbirne, Duftjasmin. Jetzt heißt es wachsen. Foto: Frau B.
Mein Ziel ist es, den Garten in einen Naturgarten umzugestalten. Schritt für Schritt und nicht dogmatisch. Mein Garten soll leben, soll einen lebendigen Geist haben, ein Garten für Flora und Fauna. Zudem möchte ich es mir einfach machen, nicht permanent Unkraut zupfen, mich ärgern, wenn teure Stauden eingehen, weil es ihnen doch zu trocken oder im Winter zu kalt war. Oder mich darüber ärgern, wenn der der mühevolle Gartenplan am Ende nicht die Wirkung hat, wie ich es mir vorstelle.