Montag, 15. April 2019

Angeschaut: "Landstück" von Volker Koepp

Da oben, in der Uckermark, dort nördlich von Berlin gen Mecklenburg-Vorpommern, dort wo es irgendwie öde ist und langweilig und nichts los, dort passiert doch nichts. Warum drehte da bloß Volker Koepp, langjähriger Dokumentarfilmer, den Dokumentarfilm "Landstück"? Warum sollte man ihn ansehen?

Schleichende Umwälzung in der Uckermark

Volker Koepp arbeitet seit den 1970er Jahren als Dokumentarfilmer. Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Ostseeküste bis hoch nach Litauen und Lettland oder die Geschichte von Dörfern und Menschen auf dem Land. Seine filmische Handschrift erkennt man sofort: freier Blick in die Landschaft, längere Einstellungen, ruhiger Grundton, langsamer Schnitt, das Einfangen des Lichtspiels, die Aufnahmen von Wind, Rauschen, Tönen der Arbeit, wenig Erzählertext, lange Porträteinstellungen. Nichts ist hektisch. Koepp schaut mit der Kamera in die Landschaft, beobachtet die Menschen, zeigt sie in langen Sequenzen. Es ist ruhig, Koepp hat Zeit und fängt so die leisen Untertöne ein, die nachdrücklich im Zuschauer wirken. Ein Koepp-Film erkennt man sofort.

Wem gehört das Land?

Mehr als in den Jahren zuvor wird Koepp mit seinem 2016 bei Edition Salzgeber erschienen Film "Landstück" politisch. Es ist Porträt der Uckermark und die Dokumentation einer recht unbeachteten Umwälzung zugleich.

Donnerstag, 6. Dezember 2018

Unter der Leselupe: "Das große Buch der Gartenvögel" von Uwe Westphal

Rezension zu "Das große Buch der Gartenvögel" von Uwe Westphal
Als Elfjähriger fand Uwe Westphal das erste Mal als Schüler auf einer Exkursion zur Ornithologie und wurde vom "Vogelfreundefieber" angesteckt. Seitdem läßt es ihn nicht mehr los. Als Vogelstimmenimitator (etwa 120 Arten kann er nachmachen) ist er weithin bekannt. Ebenso darf seine Arbeit im Naturschutz nicht unterschätzt werden. Nun ist heuer im schätzenswerten Pala Verlag, Darmstadt, sein neues Buch über heimische Gartenvögel erschienen. In "Das große Buch der Gartenvögel" stellt er 41 Vögel dem interessierten Laien in ausführlichen Porträts dar. Westphal wählte die typischen Gartenvögel aus, die man im Garten, im Park, letzthin in menschlicher Nähe beobachten, zumindest zur Paarungszeit hören kann. Lediglich im letzten Porträt faßte er exotische Besucher wie den Tannenhäher, Graureiher, Seidenschwänze, Rotmilan etc kurz und zusammendfassend vor.

Montag, 3. Dezember 2018

Der Weihnachtsstern verkündet das Weihnachtsgeheimnis

Herrnhuter Weihnachtsstern. Foto: Wikipedia, © 1971markus@wikipedia.de, CC BY-SA 4.0, 
„Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen. … Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen.“ (Mt 2, 1.9)
Der Stern von Bethlehem - er zeigte den Hirten den Weg zum Stall, in dem der neugeborene Jesu in der Krippe lag. Der Stern leitet die drei Heiligen Könige zu Jesus. Der Stern von Bethlehem zeigt also den Weg. Er beleuchtet ihn. Er verkündet den Weihnachtsfrieden.

Licht. Licht ist seit historischen Zeiten in Montanregionen ein besonderes, ja überlebenswichtiges Element, erst recht in der dunklen Jahreszeit. Die Bergleute fuhren im Dunklen früh ein. Unter Tage erhellten nur müßig funzlige Lampen ihre Tätigkeit. Nach Ende der Schicht (Schicht im Schacht!) ging es wieder hinauf übertage, wo es aber wieder dunkel war. Da nimmt es sich kein Wunder, daß das Licht etwas besonderes ist. Man kann sich dies erst gut vorstellen, wenn man gedanklich in die Zeit vor der elektrischen Beleuchtung reist (oder in die Anfänge, wo eine einzelne Glühbirne von Zimmer zu Zimmer getragen wurde). Es gab keine Straßenbeleuchtung, die Menschen trugen das Licht in Formen von Laternen bei sich (deswegen auch die Vielfalt an Laternenliedern). Zündmaterial war kostbar. Licht wurde angezündet. Nachts, im Bette liegend erst einmal mit Zündholz Licht anmachen war ein viel größerer Aufwand und nur in notwendigen Fällen, als heute einfach den Schalter zu betätigen. Licht war Wärme, war Hoffnung, war Symbol für Leben (die wackelnde Flamme). Licht machte sehend. Genau in diesem Sinne ist auch der Stern von Bethlehem zu begreifen und seine enorme Bedeutung für Bergleute. Für sie war dieser Stern ein Zeichen auf die helleren Tage, ein Versprechen. Deswegen nimmt es kein Wunder, daß in einer so bedeutenden Bergbauregion wie dem Erzgebirge einschließlich der Vorlandstriche der Geburtsort vieler, vieler Weihnachtssterne ist, traditionell aus Papier, heute auch aus Kunststoff.

Die Weihnachtssterne kamen erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf. In loser Form stelle ich die sächsischen Weihnachtssterne einmal vor. Sie unterscheiden sich zwischen Weihnachts- und Adventssterne, je nach Aufstellungszeit. Jedoch verwischen heute da die Grenzen.

Montag, 26. November 2018

Unter der Leselupe: "Bienenfreundlich Gärtnern" von Katrin Lugerbauer

Lust am naturnahen Gärtnern mit  "Bienenfreundlich Gärtnern" von Katrin Lugerbauer
Naturnahes Gärtnern liegt voll im Trend. Katrin Lugerbauer bloggt seit 2010 darüber, berichtet unter Storchschnabel und andere Stauden (http://hardy-geranium.blogspot.com) über ihren Garten, ihre Naturerfahrung, ihre gärtnerische Freude.
2017 erschien bei BLV in München ihr Gartenbuch "Bienenfreundlich Gärtnern. Pflanzideen für alle Standorte", das heuer schon die 2. Auflage erreicht hat. Das schmale Büchlein nimmt den interessierten Gärtner, der entweder als Laie naturnah sein grünes Reich gestalten will oder vom klassischen Gärtnern nun umsteigen möchte, sofort in Beschlag. Begeisternd, ohne Umschweife, gleich in die Vollen gehend zeigt Lugerbauer die Schönheit naturnaher Gärten auf. Nein, sie sind keineswegs ein wildes Stück Garten ohne menschliche Eingriffe. Sie werden genauso geplant, mit Jäten, Pflanzen, Schneiden, Umgraben von Menschenhand gestaltet. Doch sie sind nicht leblos wie so viele Akkurat-gestutzte-Rasen-Thuja-Grundstücke oder die modernen Kiesgärten, die böse gesprochen eine einzige Schotterwüste sind. Nein, in Naturgärten tobt das Leben. Und wie man so einen naturnahen Garten gestaltet, davon erzählt sehr praktisch Katrin Lugerbauer.

Montag, 5. November 2018

Unter der Leselupe: "Familienzeit. Entdeckerbuch für glückliche Familien" von Sabine Huth-Rauschenbach

"Familienzeit. Entdeckerbuch für glückliche Familien" von Sabine Huth-Rauschenbach
Sabine Huth-Rauschenbach: Familienzeit. Entdeckerbuch für glückliche Familien, Trias 2018.
Pünktlich zum Beginn der Urlaubszeit in den Sommermonaten oder zur beginnenden Weihnachtszeit tauchen in der Presse Umfrage und Artikel auf, daß Eltern sich mehr Zeit mit den Kindern wünschen, daß nun endlich die Familienzeit gekommen sei.
Aber Familienzeit ist doch nicht allein auf die wenigen Wochen und die Wochenenden im Jahr beschränkt. Familienzeit ist immer. 
In diese Richtung will Sabine Huth-Rauschenbach mit ihrem Buch "Familienzeit. Entdeckerbuch für glückliche Familien" gehen. Die Autorin ist Literaturwissenschaftlerin, Redakteurin, Mutter zweier Kinder und vor allem über ihren Blog Die moderne Speisekammer bekannt, auf dem sie sich mit Nachhaltigkeit, Vorratskammer beim Essen und Familienthemen beschäftigt. Daß Blogger Bücher schreiben und Verlage sie gerne publizieren, ist ein seit zwei, drei Jahren bestehender Trend. Dies sei nur als Fakt zum Entstehungshintergrund für das Buch frei ohne Wertung genannt.
Nach einer Einführung zur Familienzeit (was versteht sie darunter, welche Erwartungen soll das Buch einlösen, Aufbau des Buches) orientiert sich Huth-Rauschenbach an den französischen Revolutionskalender, der mehr die Naturveränderungen im Jahreszyklus im Blick hat. Jedes Kapitel ist also mit der entsprechenden Bezeichnung des Revolutionskalenders betitelt und trägt viel zur Stimmung sowie Erwartung an das Kapitel bei. Nivôse ist also der Schneemonat (Mitte Dezember bis Mitte Januar), Thermidor als Hitzemonat liegt logischerweise zwischen Mitte Juli und Mitte August. So schafft mit einem einfachen, aber effektiven literarischen Kniff die Autorin viel Gefühl ins Buch zu legen.

Donnerstag, 1. November 2018

Unter der Leselupe: Lucy Bellamy - Von Null auf Garten

Cover des Gartengestaltungsbuches "Von Null auf Garten" von Lucy Bellamy
Lucy Bellamy: Von Null auf Garten, Ulmer 2018.
Gärten mit Pflanzen so zu gestalten, daß sie den Tieren nützlich sind, ist ein Trend, der seit vier, fünf Jahren anhält und zunehmend mehr in Gartenbüchern Beachtung findet. Die Bandbreite ist dabei breitgefächert: von Gartengestaltungsbüchern, die den reinen Naturgarten favorisieren, bis hin zu den klassischen Büchern, in denen nun vermehrt Bienen und Co auftauchen.
Nun mag nicht jeder einen Naturgarten, möchte aber sein Stück Erde so insektenfreundlich wie möglich und gleichzeitig ästhetisch gestalten. Für diesen Ratsuchenden ist das Gartengestaltungsbuch "Von Null auf Garten. Planen, pflanzen, freuen" von Lucy Bellamy geeignet.
Die Autorin ist Engländerin, Journalistin mit Schwerpunkt Garten und begeistert sich für naturnahe Gärten. In ihrem Buch gibt sie Anfängern ganz konkrete Hilfe, aus einem doch eher langweiligen Garten (große, grüne Rasenfläche, Blumenrabatten am Randstreifen) einen "bunten, wilden Einjahres-Garten" zu zaubern.

Montag, 29. Oktober 2018

Wildhecke gepflanzt

Wildhecke mit Wildrosen, Schlehe, Felsenbirne, Duftjasmin. Jetzt heißt es wachsen.
Wildhecke mit Wildrosen, Schlehe, Felsenbirne, Duftjasmin. Jetzt heißt es wachsen. Foto: Frau B.
Mein Ziel ist es, den Garten in einen Naturgarten umzugestalten. Schritt für Schritt und nicht dogmatisch. Mein Garten soll leben, soll einen lebendigen Geist haben, ein Garten für Flora und Fauna. Zudem möchte ich es mir einfach machen, nicht permanent Unkraut zupfen, mich ärgern, wenn teure Stauden eingehen, weil es ihnen doch zu trocken oder im Winter zu kalt war. Oder mich darüber ärgern, wenn der der mühevolle Gartenplan am Ende nicht die Wirkung hat, wie ich es mir vorstelle.

Mittwoch, 19. September 2018

WC-Gel selbstgemacht

WC-Gel selbstgemacht
In der Szene der ökologisch bewußten Hausreinigungsmittelnutzer scheiden sich an WC-Steinen oder WC-Gelen die Geister. Es wäre größter Unsinn, meinen die einen. Ein selbstgemachter WC-Reiniger, eine Spülbürste reichen völlig aus. Die anderen nutzen die umstrittenen Reinigungsmittel, da sich sonst Urin und Kalk zu sehr im Klobecken festsetzen.
Natürlich kann man öfters mal putzen. Doch in einer Großfamilie wird zum einen das WC sehr, sehr, sehr häufig benutzt. Zum anderen ist Zeit dann sehr kostbar. Ich erleichtere mir da lieber die Arbeit und nutze die Zeit mit meinen Kindern.
Nun schaute ich nach einer Variante für selbstgemachtes WC-Gel, damit es bei jeder Spülung das Becken ein wenig "reinigt". Im Grunde braucht es nur 3 haushaltsübliche Zutaten, ein solches selber sehr schnell herzustellen.

Freitag, 14. September 2018

Unter der Leselupe: "Breadcakes. Kleines Feines aus Brot" von Veronika Michitsch

Muffins sind seit Jahren beliebte Kuchenformen für Buffet, für Kindergeburtstage, für die süße Kleinigkeit am Nachmittag. Veronika Michitsch hat diese Gebäckform in eine eigene Art abgewandelt und kreiert mit viel Elan Breadcakes. Es sind Brotküchlein, in Muffinformen gebacken. Über 30 Rezepte der Brotmuffins in einem kreativen Feuerwerk gibt sie in ihrem Backbuch "Breadcakes. Kleines Feines aus Brot" weiter. Da gibt es mediterrane Formen mit Schafskäse und Oliven, mit Lavendel-Rosmarin, sehr bekömmliche Anis-Fenchel-Breadcakes, Schottische Haferbrötchen, süße Varianten mit kandiertem Ingwer, Walnüssen, Zimt, Marzipan und Feigen, die eine Homage an die orientalische Küche darstellen, exklusive Varianten mit Blauschimmel und Portwein uvm. Es ist ein reicher Blumenstrauß von süßen, herzhaften, exklusiven, einfachen Rezepten. Sie können als Frühstücksvariante gebacken werden, als süßes Teilchen für den Nachmittag oder als extravagante Zutat für das Partybuffet am Abend.

Mittwoch, 15. August 2018

Gartennotiz August 2018: Dürre beendet Gartensaison

Ende Mai, Anfang Juni hatte es heuer noch einmal kräftig geregnet. Dann folgten wie wohl landesweit drei Wochen Frühsommer ohne Regen, ein kurzer Schauer, wieder drei Wochen Sommer ohne Regen, ein kurzer Schauer und dann bis vor drei, vier Tagen täglich bei über 33° C und mehr. Kurzum, der hiesige Sandboden ist staubig, ausgetrocknet bis auf den letzten Tropfen. Die täglichen anderthalbstündigen Gießrunden dienen lediglich der minimalen Lebenserhaltung der Pflanzen. Selbst die große Walnuß läßt ihre Blätter hängen. 2018 ist ein Dürrejahr.