Mittwoch, 9. Juni 2021

Pflanzenschilder für den Gemüsegarten


Upcycling im Garten 

Vorhandenes Material zu nutzen, ist nicht nur ressourcen-schonend und nachhaltig,  es gibt meinem wilden Garten so seine spezielle Note.
Da ich beim Aussäen immer auf ein Stück Pappe die Namen aufschrieb, hatte sich die Lesbarkeit nach drei, vier Wochen gen Null entwickelt. Fröhliches Raten, was denn da wächst, war angesagt. 
Dieses Nicht lernen könnte sich mein Mann nicht mehr anschauen und schnappte sich alte, kleine Holzlatten, den Brennkolben und verband das Nützliche mit dem Kreativen.

Montag, 3. Mai 2021

Eva Rosenfelder: Die Seelenwelt der Pflanzen. Eine Buchrezension

Cover Eva Rosenfelder: Die Seelenwelt der Pflanzen. Eine Buchrezension

Ohne Pflanzen sind wir Menschen nichts

Ohne Pflanzen sind wir nichts. Sie nähren uns. Sie geben uns den Sauerstoff zum Atmen. Sie sind älter als wir Menschen. Sie haben sich viel mehr Lebensräume erschlossen als wir oder kennen Sie einen Menschen, der unter Wasser leben kann? Sie sind vielfältiger in ihrem Aussehen, in ihrem Sein. Und doch glauben wir Menschen, wir stünden über ihnen und dass Pflanzen seelenlose Lebewesen wären, die da so eben existieren.

Seelenwelt der Pflanzen

Sonntag, 14. März 2021

In den Gärtner-Fingern juckt es: Gartenarbeit im März

Schneeglöckchen
Im Herbst gesetzt, 4-5 Monate später schon am Blühen: Schneeglöckchen. Foto: Frau B.

*Ende Februar beginnt eine quälende Zeit für mich als Gärtnerin, vor allem dann, wenn der Schnee geschmolzen ist und die Temperaturen über 2, 2° C liegen. Voller Sehnsucht schare ich mit meinen Gärtner-Füßen und will endlich wieder in der Erde wühlen, aussäen, pflanzen, schneiden und frisches Grün und blühende Blumen sehen! Die Tage bis Mitte März ziehen sich elend lange hin. Doch dann ist es endlich soweit: relativ stabil sind die Temperaturen um 5 °C, nachts fröstelt es natürlich noch. 


Winterlinge sind neben Schneeglöckchen die ersten wichtigen Blühpflanzen für die Insekten. Foto: Frau B.

Die Gartensaison ist eröffnet!

Heuer habe ich zunächst den ersten Kompost gehoben, der seit einem Jahr im ersten vom Dreier-Kompost vor sich hinarbeitet. Den zweiten werde ich dann im Frühsommer ausheben, der dritte ist jetzt im Anfangsstadium und darf einige Monate verkompostieren.

Wie immer ist das Kompost-Heben mit Überraschungen verbunden. Wo kommen eigentlich die Steine her? Wieso wachsen ganz unten Blumenzwiebeln? Sind es Krokusse oder Schneeglöckchen? Erst einmal alle Zwiebeln vorsichtig retten und einbuddeln. Im übrigen zergeht das typische Katzenstreu nur schlecht. Es schmiert fürchterlich. In kleinen Klumpen arbeite ich es dennoch unter, weil es für unseren Sandboden in Krummel-Wasserspeicher vielleicht nützlich sein könnte. So meine Hoffnung.

Samstag, 2. Januar 2021

Wunderpflanze Brennessel: "Das Brennnessel-Buch" von Mechtilde Frintrup

Cover des Sachbuchs: Das Brennnessel-Buch. Eine Rezension


Die Brennnessel kennt jeder, ja, selbst diejenigen, die mit Natur und Pflanzen absolut nichts, also rein gar nichts am Hut haben. Ihre markanteste Eigenschaft, das Brennen, gab ihr den Namen und sorgt eben für einen wirklich hohen Widererkennungswert. Das Brennen, ausgelöst durch eine Flüssigkeit in den Brennhaaren, die man beim Berühren der Pflanze abbricht und von der Natur als Pflanzenverteidigung eingerichtet ist, führt dazu, dass diese Pflanze von den meisten Menschen eher gemieden, ja von Nichtgärtnern verächtlich als Unkraut betrachtet wird. Doch diese Pflanze ist - wie Gärtner bis Naturheilkundige wissen - eine Wunderpflanze. Warum, zeigt Mechtilde Frintrup grandios in ihrem Natur-Sachbuch "Das Brennnessel-Buch. Die magische Nahrungs-, Heil- und Faserpflanze", 2020 im at Verlag erschienen.

Mehr als für die Brennessel-Jauche nutzbar

Donnerstag, 10. Dezember 2020

Mit den Pflanzen das Wetter vorhersagen: "Omas geniale Wetterpflanzen" von Eunike Grahofer

Cover: Mit den Pflanzen das Wetter vorhersagen: "Omas geniale Wetterpflanzen" von Eunike Grahofer

Aus der Natur lesen: Wettervorhersage mit den Pflanzen

Wenn die Königskerze morgens ihre Blüten gen Osten zeigt, dann wird der Tag schön. Wenn die Malve ihre Blüten schließt, wird es regnerisch. 

Wer mit offenen Sinnen, vor allem sehend, durch die Natur geht, sich mit den Pflanzen - egal, ob Blumen, Sträucher oder Bäume - beschäftigt, der wird sich wieder mehr dem natürlichen Lebenstakt annähern und für die meisten Menschen heutzutage erstaunlich Beobachtungen machen. Fein sind die natürlichen Taktungen aufeinander abgestimmt: die Licht- und Feuchtigkeitsmenge sowie die Temperatur und Luftdruck bestimmen den Lebenszyklus der Pflanzen. Ihre Blüten öffnen sich, wenn es sonnig und warm wird. Denn nur dann kommen die für die Bestäubung wichtigen Insekten. Als Pflanzenuhr ist das Naturphänomen bekannt, das die Tageszeit anhand der geöffneten Blüten erkennen lässt. Kurzum: Pflanzen sind wichtige Wetteranzeiger. 

Dieses alte Wissen war für Menschengenerationen für den Alltag wichtig: wann kann die Wiese gemäht werden, um das Heu für die Tiere im Winter zu machen? Kann die Wäsche aufgehangen werden? Droht ein Unwetter? Daher beobachteten die Menschen neben den Vögeln (vor dem Sturm singen keine Vögel mehr - es ist da ganz still) die Pflanzen in ihrer Umgebung und verknüpften diese Beobachtung mit den Wettererscheinungen.

Dieses alte Wissen hat die Sachbuchautorin Eunike Grahofer in ihren Gesprächen mit alten Menschen gesammelt. Eigentlich geht es in den Zusammenkünften um altes Heilwissen, aber dies ist nie losgelöst vom Alltagswissen wie eben der Wetterkunde.

Übersichtlich, fundiertes Naturwissen

Nun legt sie ihrem Sachbuch "Omas geniale Wetterpflanzen. Wie wird das Wetter heute?" das alte Wissen um die Wetterpflanzen zugrunde. Nach einer einleitenden Erläuterung teilt sie die Wetterpflanzen in zwei große Kapitel auf: die des Waldes, sehr nützlich für Wanderungen, die des Feldrandes und die des Gartens und der Parkanlagen. Letztere überwiegen deutlich. Jede Pflanze erhält eine Doppelseite: links eine feine botanische Zeichnung, die die Pflanze in der Natur wiedererkennen lässt, rechts bündig das Wissen in systematischer, durchdachter Aufschlüsselung. Ein überlieferter Pflanzen-Wetter-Spruch zur Einführung folgen eine kurze botanische Beschreibung des Aussehens und des Vorkommens, dann die Tageszeiten der Blühphase sowie das Wetteranzeigen der jeweiligen Pflanze. 

Übersichtlich, leicht verständlich und doch fundiert stellt Eunike Grahofer so die wichtigsten etwa 50 Pflanzen vor. Die Auswahl ist vorzüglich: bekannte, leicht erkennbare und weithin vorkommende Pflanzen und Bäume sowie vom Frühling bis Spätsommer viele Monate abdeckend.

Vor allem die Aufmachung des Buches ist frisch, seelenschmeichelnd. Schon das Layout erfreut den Leser.

Ohne Zweifel ist dieses Naturbuch sehr gelungen und ein wunderbares Geschenk für alle Natur- und Gartenfreunde. Sehr zu empfehlen!

Bibliografische Informationen zur Sachbuch-Rezension:

Eunike Grahofer: Omas geniale Wetterpflanzen. Wie wird das Wetter heute?
freya Verlag, Linz 2020
ISBN: 978-3990253946
Ausstattung: 128 Seiten, Hardcover
Preis:14,99 €

*Direkt beim freya Verlag bestellbar oder überall im Buchhandel erhältlich.

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Montag, 9. November 2020

Tief in die Natur blicken: "Einsichten und Weitblicke. Das Wolf-Dieter-Storl Lesebuch"


Ein langes Leben - ein Herzensthema - viel Erfahrung. Eigentlich würden die paar Worte völlig ausreichen, dass Sachbuch oder vielmehr Lesesachbuch "Einsichten und Weitblicke" von Wolf-Dieter Storl genau zu beschreiben. Aber der Satz wäre für eine Buchbesprechung zu kurz. Also erzähle ich doch ein wenig mehr.
Wolf-Dieter Storl ist für Naturfreunde, die sich mit Heilkunde beschäftigten, kein Unbekannter. Seit Jahrzehnten beschäftigt er sich als Ethnologe und Botaniker  mit der Schnittmenge der beiden Wissenschaftsgebiete: wie nehmen Menschen in verschiedenen Kulturen und Zeiträumen die Natur wahr? Wie leben sie mit ihr? Welches materielle und geistige Verständnis von ihr haben sie?
Tief, breit und immer vergleichend sammelte er das ethnobotanische Wissen, ordnet es Stück für Stück ein und erlangt so ein tiefes Wissen, das imponiert. Das Beste daraus findet der Leser in seinem Lesebuch, das 2020 im AT Verlag erschienen ist.

Einlassen - Inspiration erleben

Dienstag, 28. Juli 2020

Kleine Gärten mit Inspiration, Mut und Liebe gestalten: ein Gartenbuch

Coverbild: Kleine Gärten, große Liebe
Ein Garten eines Reihenhauses, ein Garten eines Doppelhauses oder ein Schrebergarten: ihnen gemein ist, dass sie klein sind, so in Handtuchgröße. Die einen freut's, da ein grünes Stück, aber weniger Gartenarbeit. Die anderen stöhnen, denn wie sollen sie so ein Handtuchgarten überhaupt schön gestalten.
Ratgeber zu diesem Problem gibt es ein paar, nun ergänzt der Gartenratgeber "Kleine Gärten, große Liebe" aus dem Verlagshaus Reader's Digest das Angebot.
Ok, diesen Verlag verbindet der Leser zumeist mit den Auswahl-Lesebüchern, die Oma damals im Abo bekommen hat und ihr Bücherregal mit gekürzten, aktuellen Romanen füllte. Doch es lohnt sich für Gartenbesitzer kleiner Gärten in dieses Gartenbuch hinein zu schauen.

Gartengestaltung: mit dem Pfiff

Umfangreich und vielfältig gehen die Autoren, unter denen so namhafte wie Bärbel Oftring dabei sind, das Thema an. Ganz nach dem Motto "Zu wenig Platz für Pflanzen, Teich, Sträucher, Gemüsebeet und Kinderspielecke gibt es nicht!". Zunächst animieren sie den Gartenbesitzer, seine zukünftige grüne Oase genauer zu betrachten: welche Proportionen hat der Garten, wo ist Licht, wo ist Schatten, wofür soll der Garten benutzt werden. Diese Fragen ploppen bei jedem Gärtner auf, der sich mit dem grünen Oasen-Virus infiziert hat. Die Gärtnerleidenschaft ist geweckt. Danach stellen sie Lösungen in Wort und Bild für viele Elemente der Gartengestaltung vor: von der Wegeführung bis zur Müllplatzgestaltung, von Wasserspielen bis zur Gestaltung der Kinderecke. Dabei zeigen sie dem Gärtner, denke quer, denke mehrdimensional. Mehrfache Nutzung des Platzes wie ein Sandkasten, der abgedeckt zum Liegeplatz wird, oder wie eingelassene Regale in Mauern, um Stauraum zu schaffen lösen beim Betrachten den Aha-Effekt aus.

Aus der Praxis abschauen

Mag von erfahrenen Gartengestaltern der Einwurf kommen, hier im Buch wird das Rad nicht neu erfunden, so geht es an der Buchintention vorbei. Auf mehr als 260 Seiten erfahren diese Gartenbesitzer zu fast jedem Aspekt der Gartengestaltung Ideen und Lösungsvorschläge. Kompakt, klar und übersichtlich ist der Gartenratgeber aufgebaut. Viele gut ausgewählte und auch stimmungsvolle Fotos laden zum Träumen ein. Vor allem das Kapitel mit den vielen Fotobeispielen beispielhafter Privatgärten inspirieren. Vom Innenhofgarten eines Stadtgartens bis zur Hanglage, von Hinterhofgarten bis zum Schattengarten zeigen die Beispiele, dass für jede Situationen Lösungen gibt. Fotos, Detailfotos, Pflanzenlisten und Grundrisse, auch Alternativgrundrisse führen den Leser in die Tiefe. Mit diesem Kapitel sticht "Kleine Gärten, große Liebe" besonders hervor. Pflanzempfehlungen in Listenform geben dem Gärtner eine Orientierung. Die vielen, vielen Fotos laden zum Schmökern und Träumen ein.
Der Gartenratgeber "Kleine Gärten, große Liebe" gibt Gartenbesitzern von Mini-Gärten Inspiration, praktische Empfehlungen und vor allem viel, viel Mut, ihr eigenes grünes Paradies zu erschaffen - und ihn mit Stolz und Liebe zu genießen. Übrigens können auch Gartenbesitzer größerer Gärten in dem Buch stöbern und so manche Anregung mitnehmen.
Bibliografische Angaben zur Gartenbuch-Rezension:
Kleine Gärten, große Liebe
Reader's Digest, Stuttgart, Zürich, Wien 2020
ISBN: 978-3962110215
Ausstattung: 264 Seiten
Preis: 19,99 €

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Donnerstag, 11. Juni 2020

Wie ein Gemüse eine Region prägt: die Kartoffel im österreichischen Waldviertel

Wie ein Gemüse eine Region prägt: die Kartoffel im österreichischen Waldviertel
Erdäpfel, Erdbirne, Potaten oder ganz einfach Kartoffel: dieses Hackgemüse gehört als Hauptbestandteil zu den meisten mitteleuropäischen Gerichten. Ohne sie geht es nicht. Wurde sie im 17. Jahrhundert in Europa zunächst als Zierpflanze wegen ihrer schönen Blüte angebaut, entwickelte sie sich bald zu einem wichtigen Sättigungsmittel. Doch nur als Beilage zu gelten, tut der Kartoffel unrecht. Vielmehr steckt in der Knolle auch ein kulinarischer Genuss, der sich alsbald in regionalen Kochrezepten niederschlägt.
Wie sehr dieses Nachtschattengewächs eine Region prägte, zeichnen Reinhard Linke, Christoph Mayer und Hannes Etzlstorfer in ihrem Büchlein "Erdäpfel. Die Genüsse des Waldviertels" nach.

Kartoffel als Kulturgut


Umfassende Beiträge von der Botanik bis zur Geschichte, von der Lyrik bis zur Heilkunde kundiger Autoren sammelten die drei Herausgeber in ihrem Aufsatzband. Es sind kurze, unterhaltsame Ausführungen, in denen alle die Kartoffel im rauen Waldviertel Österreichs im Mittelpunkt haben. So erfährt man, warum sie dort angebaut wurde, wie die Kartoffel zum wichtigsten Nährgemüse wurde, die Faszination der Kartoffel von ihren geschmacklichen Varianten, ihren unterschiedlichem Gelb im Inneren, von der Heilkraft bei Fieber (Fußwickel), bei Erkältungen oder als Haushalfshelferlein. Franzobel betrachtet die Kartoffel literarisch, und historische und moderne Rezepte runden das Bändlein ab. 
Allen liegt auch immer die Region zugrunde: durch die Kartoffel, ihre Bedeutung in der Versorgung wurde das Waldviertel geprägt. Kalte Winter, heißere Sommer, die durch das kontinentale Klima in dieser Region entstehen, sind keine gute Ausgangsbasis für ein Weinanbaugebiet. Bodenständiger, mit dem heimischen Boden verwurzelt sieht sich der Waldviertler. Zu ihm passt die Kartoffel, das Erdige, das Nährende, die Kraft in ihr. Gleichzeitig zeigen die Autoren immer auch die Verbindung des Waldviertels mit den umliegenden Regionen, vor allem Böhmens. So zeigen sich vor allem in den Rezepten der enge Austausch, das Gemeinsame, das Verbindende.
Die Beiträge sind als Essays, als kleine Ausführungen gehalten. Lesbar, unterhaltsam, vergnüglich ist der Ton. Fotos und Grafiken wie Holzschnitte schmücken das Büchlein.
Als Geburtstagsgeschenk oder als Mitbringsel aus dem Urlaub ist das kulturhistorische Büchlein "Erdäpfel. Die Genüsse des Waldviertels" bestens geeignet. So bleiben Erinnerungen an die Region bewahrt, mit den bodenständigen Rezepten kann man sich kulinarisch wieder dorthin verreisen.
Bibliografische Angabe zur Buchempfehlung:
Reinhard Linke, Christoph Mayerm Hannes Etzlstorfer: Erdäpfel. Die Genüsse des Waldviertels
Kral Verlag, Berndorf 2018
ISBN: 978-3990248065
Ausstattung: 96 Seiten, Hardcover, mit Fotos und Illustrationen
Preis: 14,95 €

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Dienstag, 26. Mai 2020

Heilsalben selber mischen: "Heilsalben aus Wald und Wiese" von Gabriela Nedoma

Buchbesprechung: Heilsalben selber mischen: "Heilsalben aus Wald und Wiese" von Gabriela Nedoma
 
Wer durch Wald und Wiese geht, betritt eine große Naturapotheke.
So leitet die Naturpädagogin Gabriela Nedoma ihr kleines, feines Naturkräuter-Buch "Heilsalben aus Wald und Wiese" ein, das im österreichischen Verlag Benevento in der Reihe "Servus: Das kleine Buch" erschienen ist.
Gabriela Nedoma beschäftigt sich schon seit Jahren mit der Kräuterheilkunde und der Nutzung von Heilkräutern in der Naturkosmetik oder in der Selbstmedikation. Ihr Wissen und ihre Erfahrenheit spürt man bei diesem Gesundheitsratgeber von Anfang an.

Von aphrodisierender Hanfsalbe bis zur entzündungshemmenden Moos-Tanne-Heilsalbe

In zwei Teile ist das Büchlein unterteilt: im ersten, kürzeren Teil erklärt Nedoma das Grundlagenwissen zur Herstellung von Heilsalben, ihre Wirkweise, zu den Rohstoffen, auch zu veganen Alternativen, und gibt Hinweise zum Sammeln und Verarbeiten der Kräuter. Mit den kurzen, aber ausreichenden Praxishinweisen sind die Leser gut für die eigene Umsetzung gewappnet.
Im längeren, zweiten Teil stellt sie 24 Heilsalben vor, die man aus einheimischen Kräutern und Pflanzen herstellen kann. Klassiker wie die Ringelblumensalbe dürfen dabei nicht fehlen, aber auch unbekanntere wie eine Kirschbaum-Rindensalbe sind mit dabei. Vielfältig ist die Auswahl, der gemein ist, dass die Kräuter leicht vor der Haustüre auf Wald und Wiese (wie im Titel genannt) gesammelt werden können. 
Zu jeder Heilsalbe gibt es eine kurze Einführung zur Wirkweise des Heilkrautes. Nedoma nennt die Anwendungsfälle. Nach der Zutatenliste gibt sie stichpunktartig die Herstellung an. Zum Schluß erwähnt sie die Haltbarkeit, unter der Voraussetzung einer sauberen, hygienischen Verarbeitung.
Der große Vorteil der selbstgemachten Heilsalben sind die wenigen, benötigten Zutaten. Meist braucht es das Kraut und ein Basisöl sowie Bienenwachs zur Verfestigung der Salbe. Vor allem für Menschen, die sensibel auf vielfältige Stoffe reagieren, sind die Salben bei der Selbstmedikation leichter Beeinträchtigungen nützlich, wobei im Zweifel immer ein Arzt oder Apotheker gefragt werden sollte.

Blick ins Buch: Heilsalben selber mischen: "Heilsalben aus Wald und Wiese" von Gabriela Nedoma
Ein kleines, feines Geschenk für Kräuterinteressierte

Mit Zurückhaltung und doch Ästhetik ist das Büchlein gemacht. Teilweise sind die Heilpflanzen großformatig abgebildet, teilweise sind die Fotos mit entsprechenden Kontext wie alten Apothekerflaschen oder in einer alten Apotheke selbst aufgenommen. Die Farbgebung wirkt gedämpft, heimelig, wohltuend. Ruhig, aber doch kräftig, voller Energie präsentiert Nedoma das Heilwissen. Schade ist, dass es kein Register der Heilsalben nach den Anwendungsfällen oder der Heilwirkung gibt. Auch im Inhaltsverzeichnis wird dies leider nicht verzeichnet. Dieser Mangel soll jedoch nicht die Empfehlung für dieses ansonsten wunderbar gemachte Ratgeber einer Naturapotheke schmälern. Für alle Interessierten einer Phytotherapie, für alle Kräuterfrauen und -männer sei dieses schmale Büchlein ans Herz gelegt. 
Bibliografische Angabe zur Rezension:
Gabriela Nedoma: Heilsalben aus Wald und Wiese. Einfach selbst gemacht (Servus: Das kleine Buch)
Benevento Verlag, Wals bei Salzburg 2019
ISBN: 9783710401770
Ausstattung: 80 Seiten, Hardcover
Preis: 7 €

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Montag, 15. April 2019

Angeschaut: "Landstück" von Volker Koepp

Da oben, in der Uckermark, dort nördlich von Berlin gen Mecklenburg-Vorpommern, dort wo es irgendwie öde ist und langweilig und nichts los, dort passiert doch nichts. Warum drehte da bloß Volker Koepp, langjähriger Dokumentarfilmer, den Dokumentarfilm "Landstück"? Warum sollte man ihn ansehen?

Schleichende Umwälzung in der Uckermark

Volker Koepp arbeitet seit den 1970er Jahren als Dokumentarfilmer. Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Ostseeküste bis hoch nach Litauen und Lettland oder die Geschichte von Dörfern und Menschen auf dem Land. Seine filmische Handschrift erkennt man sofort: freier Blick in die Landschaft, längere Einstellungen, ruhiger Grundton, langsamer Schnitt, das Einfangen des Lichtspiels, die Aufnahmen von Wind, Rauschen, Tönen der Arbeit, wenig Erzählertext, lange Porträteinstellungen. Nichts ist hektisch. Koepp schaut mit der Kamera in die Landschaft, beobachtet die Menschen, zeigt sie in langen Sequenzen. Es ist ruhig, Koepp hat Zeit und fängt so die leisen Untertöne ein, die nachdrücklich im Zuschauer wirken. Ein Koepp-Film erkennt man sofort.

Wem gehört das Land?

Mehr als in den Jahren zuvor wird Koepp mit seinem 2016 bei Edition Salzgeber erschienen Film "Landstück" politisch. Es ist Porträt der Uckermark und die Dokumentation einer recht unbeachteten Umwälzung zugleich.