Donnerstag, 4. Januar 2018

Musik: "Winterländlein" von Bube Dame König

Was verbinden Sie mit Volksmusik? Entweder taucht vor dem geistigen Auge volkstümliche Schlager auf oder verbindet mit Volksmusik Wanderlieder singende, ältere Männergruppen auf Ausflügen. Daß in einem Volkslied viel mehr steckt, nämlich wahre Poesie, Unterhaltung und Tiefsinn und mit guter Musik das Herz schnell berührt, beweist die Hallenser Gruppe Bube Dame König.
Juliane Weinelt, Till Uhlmann und Jan Oelmann haben sich der - wie sie selbst bezeichnen - neuen Volksmusik verschrieben. Schon ihr Bandname Bube Dame König weist auf ihren Musikstil hin. Mit Bube Dame König verbindet man Skatspielen, aber auch eine Ahnung einer mittelalterlichen Welt. Juliane Weinelt und Jan Oelmann kommen beide aus ihrer Band Dizzy Spell von der irischen Volksmusik. Über diesen Umweg entfachte bei ihnen vor einiger Zeit das Interesse an den deutschen Volksliedern. Sie wollten schlichtweg Volkslieder in ihrer eigenen Muttersprache singen.
2015 erschien das Debutalbum "Traumländlein", das als beste Veröffentlichung in der Sparte Folk und Singer-/Songwriter in die Bestenliste des Preises der Deutschen Schallplattenkritik aufgenommen wurde. Ein grandioser Erfolg!
Im Herbst 2016 erschien das zweite Album "Winterländlein", das eine Art Weihnachtsalbum sein kann. In einem guten Mix mischt das Trio traditionelle Weihnachtslieder wie "Vom Himmel hoch, da komm ich her", "Maria durch ein Dornwald ging", "Es ist für uns eine Zeit angekommen" oder "Vom Himmel hoch, o Englein kommt" mit neuen Volksliedern, deren tiefsinniger, hin und wieder mit feinem Humor versehener Text aus der Feder des Leipziger Lyrikers Thomas Kolitsch stammen. Er schafft es, daß seine Text sich nahtlos in ihrer Art in die der traditionellen einfügt. Man glaubt kaum, sie wären so jung. Kolitsch versteht sein lyrisches Handwerk.

"Winterländlein" ist aber keineswegs ein reines Weihnachtsalbum. Wer ein klassisch, ruhiges, besinnliches erwartet, wird sich wundern. Denn obwohl Weinelt, Uhlmann und Oelmann hergebrachte, traditionelle Instrumente spielen, ihre Musik Anleihungen aus der irischen Volksmusik, ihren musikalischen Wurzeln, anklingen lassen, so kommt die Musik frisch und modern daher, jedoch ohne zu nerven oder plump zu wirken. Ganz im Gegenteil: da gibt es sanfte Töne, eindringliche Passagen bei "Maria durch ein Dornwald ging", spielerisch-humoristisch bei "Knecht Ruprecht" oder erzählend bei "Stille Nacht im August". Vor allem die neuen Lieder sind wirklich stark. Die eindringlichen Texte von Kolitsch, wenn dem Hallenser Zither-Reinhold ein musikalisches Monument gebaut wird, der Humor von "Knecht Ruprecht" mit der eigenen Interpretation, wie dieser adventliche Begleiter zu seinem Namen und seiner Aufgabe gekommen ist, oder die Winterlieder "Bärenschlaf" oder "Winterwind", lassen einen genauer hinhören. Dazu haben Bube Dame König die passende Musik gefunden - nie langweilig, nie übertrieben. Die fast feenhafte Stimme von Juliane Weinelt trägt die Worte ins Ohr und ins Herz. Gitarre, Violine und Drehleier unterhalten sich, nehmen einander an, spielen, umspielen sich. Das Album ist, wie der Titel verrät, ein Winteralbum, das man auch nach Weihnachten noch gut hören kann - oder wie Zither-Reinhold auch im August.
"Winterländlein" von Bube Dame König begeistert für die traditionellen und neuen Volkslieder, bringt alte Instrumente wieder zu neuem Glanz. Es ist ein Album, das wie ein guter Wein ist. Man muß Zeit zum Hören nehmen und dann entdeckt man in jedem Lied neue Facetten und begeistert sich immer mehr.



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