Dienstag, 15. Mai 2018

Gartennotizen: da wächst es kräftig

Die Schnecke ist von ihrer neuen Rolle als Haustier nicht so angetan. Foto: Frau B.
Mein Garten gehört eindeutig in die Kategorie "gepflegte Wildnis" - teils beabsichtigt, teils ergibt es sich aus den aktuellen Alltagsgegebenheiten. Immerhin ist das Gemüsebeet bestellt und zwei Blumenrabatten habe ich im April reaktiviert. Bei letzterem grubberte, hackte und grub ich kräftig, um wirkliches Unkraut zu entfernen. Nun fanden diverse Storchschnäbel (ist das die Mehrzahl?), Ringelblumen, Glockenblumen, Jakobsleiter, Sonnenhut, Lungenkraut, Akelei, Mädchenauge, Rittersporn, Lupinen ein neues Zuhause. Ich hoffe, die ausgesäten Stockrosen wachsen, ich meine, sie schon erblickt zu haben. Aber als Gartenanfänger kann man sich da auch kräftig täuschen. Dazwischen hat sich der Borretsch gemütlich gemacht. Wie er wohl von dem doch weiter entfernten Gemüsebeet dorthin fand, ist sein Geheimnis. Natürlich ist er nicht zurückhaltend, sondern fährt volle Kanne auf. Die Gartenmelde und Vogelmiere streitet mit der Ackerwinde um die ersten Plätze, sehr zum Leidwesen der erst genannten, von mir beabsichtigten Pflanzen. Ich griff jetzt großzügig in den Wettkampf ein. Ich sag ja, gepflegte Wildnis ist das Stichwort.



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Unkrautzupfen ist eigentlich eine Gartentätigkeit, die wenig beliebt ist. Krummer Rücken, ewige Arbeit. Ggf. noch schlechte Erinnerungen an fast schon ausbeuterische Zwangsrekrutierungen im Schulgarten (warum durfte ich damals eigentlich immer nur Unkraut jäten, aber nie ernten!?!). Dabei macht es der Perspektivwechsel. Nur so lernt man die Pflanzen in diversen Stadien kennen! Also doch nützlich.

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Momentan heißt es, da wächst es kräftig. Das gilt nicht nur für Borretsch im Blumenbeet, sondern auch für die Pfefferminze im Zwiebel-Möhren-Radieschen-Mischkulturbeet. Und zwar so kräftig, daß sie alles unterdrückt. Also ihr geht es in der Mischkultur richtig gut. Ich griff auch hier ein.

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Schneckenwettrennen. Foto: Frau B.

Ein Garten ist ja ein reiner Abenteuerspielplatz für das nachwüchsliche Glückstrio. Meine Devise lautet, wenn sie nicht ordentlich dreckig sind, haben sie nicht richtig gespielt. Da turnen sie am Seil, das am Walnußbaum u. a. die Tellerschaukel sichert. Da balancieren sie am Rand des Sandkastens. Oder erkunden Flora und Fauna in der gepflegten Wildnis. Da aktuell im Kindergarten Schnecken das Thema sind, wurden sie heute zu ihren neuen Haustieren erkoren. Gesammelt - gehegt - beobachtet -gepflegt. Mit den Worten begleitet: "Schnecken sind tolle Haustiere. Wir müssen nix für sie bezahlen, nur suchen gehen.". Endete am Ende in einem Schneckenwettrennen auf dem Gartentisch. So richtige Kullerbü-Abenteuer. Mein Herz hüpfte dabei.

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